Ich habe ein neues Fahrrad – und eine neue Erkenntnis

Auf dem Weg vom Fahrradladen in der Nachbarstadt, wollte ich das neue Rad natürlich gleich ausprobieren – und wozu hat frau ein Fahrrad – natürlich für die schöneren Strecken im Leben. Also bin ich nicht, die mir bekannte Strecke an der Straße lang gefahren, sondern der Nase nach… „da muss es doch einen parallelen Weg geben“. Hmmm, nach der dritten Abzweigung, die nicht in meine Richtung ging habe ich an der Sinnhaftigkeit meiner Aktion gezweifelt. So komme ich nicht zum Ziel. Umkehren? Zurück auf Start und Neu starten? Dahingehen, wo ich mich auskenne?

Nein das mache ich nicht gerne. Und schon sind wir bei meiner neuen Erkenntnis: Umkehren beinhaltet, sich einzugestehen, dass da was nicht richtig läuft. Und das mache ich nicht gerne.

Aber ist das die Fastenzeit nicht gerade das? Innehalten, vielleicht ein Stück zurück auf Start gehen und neu überlege?

Die Radtour wurde länger, dabei konnte ich über das Fasten und Neu Ausrichten nachdenken und eine mir völlig unbekannte Gegend nur ca 10 km von zu Hause entfernt, entdecken – oder wart ihr schonmal in der Weiner?

Als Mensch mit hoher Fehlerfreundlichkeit konnte ich also schnell meinem Umweg (ca 6 km) eine neue Bedeutung und einen guten Sinn geben: das Fahrrad ist auf Geländegängigkeit getestet, ich habe eine neue Gegend erkundet, das Wetter war schön, die Wege wenig bevölkert. Aber ich habe auch den Gedanken mitgenommen, dass manchmal das Umkehren, das zurück auf Start gehen eine Option und keine Schwäche sein muss. Aber auch, dass wenn das Ziel nur über einen Umweg zu erreichen ist, dieser Umweg eben auch ein Weg ist.

Fastenzeit 2021 – das heißt für mich nicht unbedingt Verzicht, aber neu ausrichten, Innehalten, vom Weg abkommen, Umwege aushalten und Blockaden im Kopf (so wie: „niemals drehe ich um, wenn ich mich verfahren habe“) abbauen.

Wie sieht es bei euch aus? Fastenzeit 2021 – neue Wege, neues Fahrrad, neue Erkenntnis?

Bleibt behütet- auf allen Wegen!