Impuls 30.03.20

 

Eigentlich

 

Als ich Sonntag morgen mühsam meine Augen öffne und darüber nachdenke, ob ich gleich joggen gehen soll (mach ich nicht gerne, aber muss ja hin und wieder sein) …sehe ich Schneeflöckchen. Bitte was? Ende März? Ich glaube die Welt gerät aus den Fugen und nichts ist mehr wie es sein soll.

Tja wie soll es denn sein?

Viele Sätze fangen gerade mit „eigentlich“ an.

Eigentlich hätten wir Mottowoche in der Schule

Eigentlich würde ich jetzt zum Gottesdienst fahren.

Eigentlich würden meine Enkel zur Geburtstagsfeier kommen

Eigentlich sollte kommenden Sonntag Taufe sein

Eigentlich wollten wir heute Hochzeit feiern.

Eigentlich würden wir uns für das Konzert vorbereiten.

Eigentlich würden wir jetzt in den Urlaub fahren.

Eigentlich den Anzug für die Konfirmation kaufen.

Eigentlich das Abi Ball Kleid aussuchen.

Eigentlich sollte Ende März die Sonne scheinen.

Eigentlich…..

Ja welche „Eigentlich-Sätze“ sagt ihr gerade jeden Tag?

 

Viele diese „Eigentlich-Sätze“ machen uns mehr oder weniger traurig. Wir spüren deutlich, dass etwas nicht so sein kann, wie es geplant war oder wie ich es mir vorgestellt habe.

Diese Trauer ist verständlich und gehört dazu, wenn wir uns von Vorstellungen und Planungen verabschieden müssen.

Und wie geht es dann weiter?

Was macht ihr stattdessen?

Ich denke wir besinnen uns im Moment wieder auf das „Eigentliche“, das „Wesentliche“…manches, wozu wir im normalen Leben eben „eigentlich“ nicht kommen.

Denn eigentlich bin ich ganz anders, ich komme so selten dazu.

Diese Chance bekommen wir gerade.

 

Damit meine ich nicht, dass Hochzeiten, Konfirmationen und Taufen nicht wichtig sind, doch das eigentliche ist doch die Liebe, der Glaube und dass es weiter geht.

 

Auch bin ich davon überzeugt, dass alle Feiern und Anlässe, die wir nach Corona feiern werden, ganz besonders intensiv und schön werden.

 

Ach ja, und ich? Eigentlich fand ich den Schnee doch nicht so schlimm, ich konnte ohne schlechtes Gewissen meine Joggingrunde ausfallen lassen. :-)